08.05.2026

75 Jahre auf dem Michaelshof: Vier Bewohner feiern besonderes Jubiläum

Ein außergewöhnliches Jubiläum wurde am 4. Mai in der Kapelle der Evangelischen Stiftung Michaelshof gefeiert: Vier Bewohner leben seit 75 Jahren auf dem Michaelshof, eine seltene und beeindruckende Lebensgeschichte. Hans-Harald, Wolf-Dieter, Ilse und Karl-Heinz gehören zu den langjährigsten Bewohnern der diakonischen Einrichtung. Zu ihren Ehren waren zahlreiche Weggefährten gekommen: ehemalige und aktuelle Mitarbeiter, Freunde, Bezugsbetreuer, gesetzliche Betreuer sowie leitende Mitarbeiter der Stiftung.

Im festlichen Rahmen nahmen die Jubilare an einer Kaffeetafel in der Kapelle Platz. Der Theologische Vorstand Ekkehard Maase begrüßte die Gäste und erinnerte in seiner Ansprache an die bewegte Geschichte des Michaelshofes und die besondere Lebensleistung der vier Bewohner.

Die vier Jubilare kamen in den Jahren 1950 und 1951 auf den Michaelshof. Es war eine Zeit des Umbruchs für die Einrichtung. Zuvor lebten sie unter anderem in der Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg-Lewenberg in Schwerin oder bei Angehörigen. Im Michaelshof fanden sie schließlich ein dauerhaftes Zuhause.
Über viele Jahrzehnte hinweg prägten sie mit ihren unterschiedlichen Lebenswegen den Alltag im Michaelshof: Sie arbeiteten in der Landwirtschaft, halfen beim Versorgen der Tiere, in der Küche oder in der Gärtnerei, übernahmen Aufgaben im Heizhaus oder unterstützten im täglichen Miteinander. Andere waren dauerhaft auf Pflege und Begleitung angewiesen. So spiegeln ihre Lebensgeschichten die Vielfalt des Lebens und Arbeitens auf dem Michaelshof wider.

Die Geschichte der Einrichtung reicht weit zurück: Bereits 1845 gründeten evangelische Christen in Rostock-Gehlsdorf ein Rettungshaus für verwahrloste Knaben. 1851 wurde daraus eine kirchliche Stiftung. Im Jahr 1918 entwickelte sich die Einrichtung zu einem Erziehungsheim, bevor sie 1931 den Namen Michaelshof erhielt.
Mit der Gründung der DDR im Jahr 1949 änderte sich auch für den Michaelshof die Situation grundlegend. Ab 1950 erhielt die Kirche keine Zuweisungen von Waisenkindern mehr. Stattdessen begann die Arbeit mit Menschen mit geistiger Beeinträchtigung – ein Schwerpunkt, der die Einrichtung bis heute prägt.

Die Feier bot Raum für Begegnung, Erinnerungen und Dankbarkeit und machte deutlich, wie eng persönliche Lebenswege und die Geschichte des Michaelshofes miteinander verbunden sind.

Eine besondere persönliche Geschichte verbindet sich auch mit dem Jubiläum: Karl-Heinz hat auf dem Michaelshof in den vergangenen Jahren seine große Liebe gefunden. Seine Partnerin Birgit, die ebenfalls hier lebt, lernte er im Pflegebereich der Einrichtung kennen. Für den kommenden Sommer ist die gemeinsame Hochzeit geplant.

 

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