27.01.2026

Gedenken. Erinnern. Verantwortung tragen.

Am 27. Januar fand um 10 Uhr in der Evangelischen Stiftung Michaelshof eine Andacht zum Landesgedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus statt. An der Gedenkstele gedachten wir insbesondere der 21 namentlich bekannten Kinder, jungen Menschen und einer erwachsenen Person des Michaelshofes, die während der NS-Zeit ermordet wurden. Für jedes einzelne Opfer wurde eine Kerze entzündet – begleitet von einem Glockenschlag und dem Verlesen der Namen.

Ein geschichtlicher Blick:
Zwischen 1939 und 1945 wurden im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“ über 300.000 Menschen systematisch ermordet. Es traf die Schwächsten der Gesellschaft: Kranke, Alte, Menschen mit Behinderungen sowie mehrere Tausend Kinder und Jugendliche – Menschen, die aus gesundheitlichen, sozialen, politischen oder „rassischen“ Gründen nicht den Normen der Nationalsozialisten entsprachen.

Auch Fürsorgezöglinge unserer Stiftung waren betroffen. Nach der Enteignung des Michaelshofes im Mai 1940 wurden Kinder und Jugendliche einer menschenverachtenden Prüfung nach nationalsozialistischen Kriterien unterzogen. Als „Ballastexistenzen“, „Minderwertige“ oder „Asoziale“ diffamiert, wurden sie der psychiatrischen Versuchs- und Vernichtungsinstanz übergeben.

Gemeinsames Erinnern heißt, unsere Werte zu bewahren – damit das Grauen der Vergangenheit keine Chance auf ein neues Morgen hat.

Wir erinnern. Wir vergessen nicht.

 

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